Fußball Gedicht Heinz Erhardt

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44 Fußballbeine rasen dort und rasen herdenn das Spielfeld zu sein begrenztund das machts außergewöhnliche schwer.Manchmal bleiben sie auch stehen oder getreten nach dem Ball,Das can jeder mich bestimmen, ns ändert sich by Fall zu Fall.Einer ist meist schwarz gekleidet, hat einer Ding oben dem er pfeiftUnd die spieler sind beleidigt, wenn er bei die Tasche greift.Denn da drüben drin dort hat das Karten, rot und gelb recht geldstrafe gemischtDie zeigt an er nachher dem Spieler, ns nach seinem gegner drischt.Plötzlich müllerts vor dem Kasten und das Volk schreit Uwe zusammen mir scheintDa schießt ns Müller spärlich daneben, da er zu sein ja nicht gemeint.70 Tausend an den Rängen spielen in Gedanken mitmancher ist gar deswegen begeistert, und gibt dem Vordermann nen Tritt.Jeder berufsbezogene wird gittern bezahlt auf Pfennig und auf HellerUnd legen man einen paar Scheine drauf, dann laufen sie schon schneller!Jedes spiel hat auch ein aus denn ns Spieler bekomme matt.Morgen stehts dann in der Zeitung, wer ns Match gewonnen hat.Am das ende der Meisterschaft, weiß einer wer in meisten schafft.Wer ns Meiste ist das Welt, das kriegt auch das meiste Geld.Für geld da kann sein man vieles kaufen,auch Leute, ns dem null nachlaufen.Fredl Fesl

FußballVierundvierzig bein rasendurch die Gegend ohne Ziel.Und weil sie so rasen müssen,nennt man das auch Rasenspiel.Rechts und links steh`n zwei Gestelle,je ein spieler steht davor.Hält er das Ball, ist ein Held er,hält das nicht, schreit einer "Du Tooor!"Fußball spielt einer meistens immermit der unteren Figur.Mit zum Kopf, obwohl`s lizenziert ist,spielt einer ihn ziemlich selten nur.Heinz ErhardtFussball(nebst Abart und Ausartung) das Fußballwahn ist eine Krank-Heit, dennoch selten, gott sei Dank.Ich kenne wen, der litt akutAn Fußballwahn und Fußballwut.Sowie er ns GegenstandIn Kugelform und ähnlich fand,So trat er zu und stieß mit KraftIhn in die bunte Nachbarschaft.Ob es ns Schwalbennest, einen Tiegel,Ein Käse, kugel oder Igel,Ein Krug, einer Schmuckwerk in Altar,Ein Kegelball, ns Kissen war,Und wem der problem gehörte,Das war etwas, was ihn nicht störte.Bald trieb er einer Schweineblase,Bald steife Hüte weil die Straße.Dann wieder mit geübtem SchwungStieß er ns Fuß in Pferdedung.Mit Schwamm und Seife trieb er Sport.Die Lampenkuppel brach sofort.Das Nachtgeschirr flog zielbewußtDer tante Berta an die Brust.Kein Abwehrmittel wollte nützen,Nicht Stacheldraht bei Stiefelspitzen,Noch Puffer außen angebracht.Er siegte immer, 0 zu 8.Und übte ferner frisch, fromm, freiMit Totenkopf und Straußenei.Erschreckt weil seine wild Stöße,Gab man er nie Kartoffelklöße.Selbst vor dem Podex und ns BrüstenDer frau ergriff ihn einer Gelüsten,Was das jedoch zusammen Mann über Stand,Aus Höflichkeit meist überwand.Dagegen gab einen SchwartenmagenDem Fleischer Anlaß zu Verklagen.Was beim Gemüsemarkt geschah,Kommt einer Schlacht bei Leipzig nah.Da schwirrten Äpfel, ApfelsinenDurch Publikum zusammen wilde Bienen.Da sah man Blutorangen, ZwetschenAn blassen Wangen sich zerquetschen.Das Eigelb überzog das Leiber,Ein Fischkorb platzte mitte Weiber.Kartoffeln spritzten und Citronen.Man duckte sich vor den Melonen.Dem Krautkopf folgten Kürbisschüsse.Dann donnerten ns Kokosnüsse.Genug! wie alles dies getan,Griff unsere Held zum Größenwahn.Schon schäkernd mit das U-BootsmineBesann das sich auf die Lawine.Doch als pompöser FußballstößerFand er das Erde noch mehrere größer.Er rang mit mancherlei Problemen.Zunächst: als soll man Anlauf nehmen?Dann schiffte er von dem BalkonSich ein in einem Luftballon.Und blieb von da bei in der Luft,Verschollen. Hat sich mich verpufft. -Ich warne euch, ihr Brüder Jahns,Vor von Gebrauch ns Fußballwahns!Joachim Ringelnatz